Zentrum Orthopädie und Unfallchirurgie Limburgerhof - Kryodenervation der Facettengelenke

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Fotos (c) Bernd Kunz

Kryodenervation der Facettengelenke

Kryodenervation der Facettengelenke

Die Kryoanalgesie ist eine minimal invasive Methode der Schmerztherapie der degenerativ veränderten Wirbelsäule. Sie führt zur Verringerung von ausstrahlenden Schmerzen im jeweiligen Behandlungsgebiet.

Das Verfahren wurde aus der interventionellen Neurochirurgie entnommen und vereint verschiedene Vorteile der modernen Medizin. Geringes Risiko, hohe Effektivität und Erfolgsrate, der Eingriff ist ohne Vollnarkose, lediglich in lokaler Betäubung durchführbar, der Erfolg ist dadurch unmittelbar während des Eingriffes zu überprüfen, damit wird für den Patienten ein optimales Ergebnis erreicht.

Die Hauptindikation zur Kryoanalgesie sind therapieresistente, chronische Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule. In Frage kommen chronische Schmerzsyndrome des Körperstamms unterschiedlicher Genese, die sich als Rückenschmerz mit oder ohne Ausstrahlung äußern können. Tritt nach Durchführung von physikalischen Maßnahmen, medikamentöser Schmerzbehandlung und/oder Infiltrationsbehandlung mit Lokalanästhetika oder Antiphlogistika, bzw. Kortison ( Spritze ) keine zufriedenstellende, dauernde Besserung ein, ist die Kryodenervation der Facettengelenke eine hervorragende Therapieoption. Erfahrungsgemäß ist das lumbale Facettensyndrom die häufigste Indikation. Die Durchführung erfolgt Bildwandler kontrolliert im Bereich der Facettengelenke. Es bestehen folgende Indikationen: Facettensyndrom (Arthrose der kleinen Wirbelgelenke), pseudoradikuläres Postnukleotomie-Syndrom (ausstrahlender Schmerz nach Bandscheiben-Operation), diskogener Schmerz ohne Bandscheibenvorfall, Kokzygodynie (Steißbeinschmerz), Osteoporose mit oder ohne osteoporotische Fraktur.

Kryodenervation der Facettengelenke

Die Vereisung von Wirbelgelenknerven kommt somit als Behandlungsmaßnahme vor allem in Frage bei chronischen, also schon relativ lange bestehenden Rückenschmerzen, die evtl. auch in die Beine ausstrahlende Schmerzen verursachen. Insbesondere bei Patienten, die aufgrund von nachgewiesenen Verschleißerscheinungen im Bereich der Wirbelsäule häufig Spritzen, mit jedoch nur kurz anhaltendem Effekt, erhalten haben, ist dieses Verfahren häufig wirksam.

Die besten Resultate sind natürlich bei relativ gut zu lokalisierenden Schmerzbereichen, beispielsweise einem einseitig betonten Rückenschmerz zu erzielen. Je ?gestreuter oder diffuser" der Schmerz auftritt, desto weniger erfolgreich ist der Eingriff, z. B. bei Schmerzen im Bereich des ganzen Körpers.

Nicht durchgeführt werden kann die Methode bei Patienten unter Marcumartherapie, die nicht aufgehoben werden kann und bei Tumoren im Zielgebiet.

Vor Durchführung der Kryodenervation erfolgt in unserer Praxis eine umfangreiche Wirbelsäulendiagnostik, dazu gehören neben der klinisch neurologischen, körperlichen Untersuchung die Röntgendiagnostik der Wirbelsäule sowie die kernspintomographische Untersuchung.

Der Eingriff wird in unserer Praxis im Operationssaal unter sterilen Bedingungen durchgeführt. In örtlicher Betäubung wird nach kleinem Hautschnitt eine schlanke Sonde, die in ihrem Inneren doppelwandig aufgebaut ist und von Kohlendioxid gekühlt wird, unter Durchleuchtung sicher an die betroffene Stelle gebracht und dort eine Vereisung des Schmerz leitenden Nerves mit einer Temperatur von ca. -60 Grad vorgenommen. Mit Hilfe eines integrierten Nervenstimulators läßt sich eine exakte elektro-physiologische Lokalisation der Sonde am Nerv erreichen. Somit kann die Verletzung von motorischen Nerven vermieden werden. Durch die kurzzeitige Vereisung des peripheren, Schmerz leitenden Nerves wird eine reversible, lokale Leitungsunterbrechung erzielt. Der Vorteil der Vereisung besteht vor allem darin, daß der bei Erfolg die Schmerzreduktion ein bis zwei Jahre anhalten kann, ohne daß weitere Medikamente mit entsprechenden Nebenwirkungen in großen Mengen eingenommen oder immer wieder Betäubungsmittel an die Nerven gespritzt werden müssen. Der Eingriff kann problemlos wiederholt werden und wird von den Patienten gut akzeptiert.

Wenn nach der Vereisung eine zufriedenstellende Schmerzlinderung eingetreten ist, sollte im Rahmen der Krankengymnastik oder durch Aufnahme sportlicher Aktivitäten versucht werden, die die Wirbelsäule stabilisierende Rückenmuskulatur aufzubauen und zu kräftigen. Dieser Muskelaufbau ist eminent wichtig, da hierdurch der Schmerz auslösende Verschleißprozeß verlangsamt werden kann. Die belastende Fehlhaltung der Wirbelgelenke kann so zusätzlich verringert werden.

Die Risiken der Vereisung sind mit einer etwas tief eindringenden Spritze im Wirbelsäulenbereich zu vergleichen - also relativ gering. Vorbeugend gegen mögliche Entzündungen erhält der Patient während des Eingriffes ein Antibiotikum. Des weiteren sind kleine Blutergüsse zu nennen und die selten auftretende Gefahr, lokal Nerven zu verletzen. Selten wurden ?Frostbeulen" an der Hautoberfläche beobachtet.

Es besteht in sehr vielen Fällen die Möglichkeit der Beseitigung oder zumindest Linderung jahrelang bestehender Schmerzen. Die Erfolgsquote, d. h. die Chance einer deutlichen, zufriedenstellenden Schmerzminderung bzw. -behebung liegt bei etwa 70 %.

Die Kryodenervation der Facettengelenke wird in unserer Praxis ambulant durchgeführt. Nach der üblichen prä-operativen Vorbereitung durch Blutuntersuchung und Klären der Operationsfähigkeit erfolgt der Eingriff in lokaler Betäubung an den Einstichstellen. Die Strahlenbelastung der kurzen Durchleuchtung ist sehr gering. Die Dauer des Eingriff beträgt etwa 15 - 20 Minuten. Der Patient wird dabei kontinuierlich mittels Blutdruck-Kontrolle und Pulsoxymetrie überwacht. Nach dem Eingriff wird die Überwachung im Aufwachraum fortgesetzt. Nach kurzer Zeit ist die Entlassung möglich, der Patient sollte sich von einer erwachsenen Begleitperson abholen lassen, da das Reaktionsvermögen durch Betäubungs- oder Schmerzmittel noch eingeschränkt sein kann und das Führen eines Kraftfahrzeuges nicht erlaubt ist.


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